KI Bild mit Adobe Firefly: Humanoider Roboter mit Brille

Künstliche Intelligenz hält Einzug in immer mehr Bereiche unseres Lebens – und das Grafik- und Webdesign bildet da keine Ausnahme. In den letzten Jahren wurden zahlreiche KI-gestützte Tools entwickelt, die uns Designern neue Möglichkeiten eröffnen, aber auch Fragen nach der Zukunft des Berufsfeldes aufwerfen. Sozusagen ist KI Chance und Schreckgespenst der Branche zugleich. Aber was ist dran am KI-Hype? Und was an der von vielen befürchteten KI-Apokalypse?

KI-Tools sind bei mir längst im regulären Einsatz, egal ob ich sie bewusst wähle oder ob sie in Software integriert ist, die ich seit langem nutze. Ich lade Sie ein zu einem Blick auf meinen Schreibtisch: Wie hat sich meine Arbeit durch KI verändert?

KI kann in vielerlei Hinsicht die Arbeit erleichtern und effizienter gestalten. Zum Beispiel können KI-Tools:

Ergebnisse verbessern:ob es das Optimieren von Bildern, effizientere Retusche-Methoden sind oder einfach das Entfernen von Störgeräuschen auf Tonspuren von Videomaterial ist, Stabilisierung oder das Anpassen von Beleuchtungssituationen: KI hat hier schon einen weiten Weg zurückgelegt, ganz ohne den großen Auftritt von Chat GPT, Midjourney und Konsorten.

Content erstellen: Zum ewigen Suchen von genau auf den Punkt passenden Bilder in Stockagenturen gibt es mittlerweile eine gute Alternative: Oft generiere ich Bilder , die eine bestimmte Situation darstellen sollen, einen bestimmten Inhalt und eine Bildwirkung haben sollen, über KI. Das spart Zeit, ist zielgenauer und oft gut genug, wenn auch nie exzellent. Die andere Option, solche passgenauen Motive zu erstellen, wäre ein Shooting. Da sind wir aber bei ganz anderen Aufwänden.

Texterstellung: Auch hier hilft mir KI gehörig: Ob es die Anpassungen von Texten auf verschiedene Medien oder Plattformen ist, die Erstellung von SEO-optimierten Versionen von Landingpages oder anderes – KI kann hier ein sehr schnelles und effizientes Werkzeug sein. Aber, wie auch in anderen Bereichen, muss man hier nacharbeiten.

Webdesign:Hin und wieder benutze ich KI zur Erstellung von CSS-Skripten. Die Aufgabe  ist überschaubar, die Verwendung von KI ist hier eher meiner Faulheit geschuldet. Statt im Web verfügbare Referenzen zu nutzen, schreibe ich meine Anforderungen in einem Prompt. Die Erfolgsquote liegt vielleicht bei 70%. Fair enough.

Visualisierung von Ideen/Konzepten: Das funktioniert in der Tat ausgesprochen gut. Wo man früher vom Skizzenblock über das Layoutpapier und über Stockmaterial in Photoshop mühselig etwas zusammengebaut hat, kann man dies Prozesse mit KI deutlich effizienter gestalten. Hier endet es nicht bei simplen Visualisierungen, man kann, die richtigen Prompts vorausgesetzt. In Midjourney kann man zum Beispiel nicht nur Concept-Boards, sondern auch komplette Storyboards erstellen.

Inspiration: Es gibt 1000 Wege, sich Inspiration zu holen. Die Verwendung von KI ist einer davon. Oft erzeugt die KI-Glitches – fehlerhafte Ausgaben, die abstrus sind, aber oft eine unerwartete Perspektive auf ein Thema und dessen Darstellung erlauben.

Viele der Aufgaben, für deren Nutzung KI durchaus interessant wäre, stehen bei mir (wie bei vielen anderen Designern) einfach nicht an. Natürlich könnte ich auch das Layout bei der Erstellung von Social Media Posts mit einem KI-Tool wie Apollo automatisieren, aber ich habe schlicht keine Projekte, für die ich 200 Posts für die nächsten 2 Wochen erstellen müsste. Hier bin ich bei kleineren und mittleren Volumen per Hand und mit eigenem Workflow noch deutlich effizienter. Webdesign-Automation: Noch sinnlos. Solange KI nicht versteht, was sie macht, die Aufgabe nicht inhaltlich durchdringt, sondern Ergebnisse aufgrund von parametrischen Eingrenzungen in Ähnlichkeiten und Wahrscheinlichkeiten auswirft, bleiben die Ergebnisse hier deutlich hinter den in KI gesetzten Erwartungen zurück. Bestenfalls kann man die Ergebnisse mit den bekannten Baukastensystemen vergleichen. Und genau hier sehe ich auch die Kundschaft für KI generiertes Webdesign. Der Kaninchenzüchterverein, der Sparfuchs, der sein Business nebenberuflich aufbaut, der oder die typische Canva-UserIn, ob Nagelstudio oder Yoga am Wochenende.

Gleiches gilt für die Logogestaltung mit KI, von Corporate- und Brand-Design würde ich hier  nicht mal im Ansatz reden. Abgesehen davon, dass die erzeugten Logos recht generisch wirken, ist die Ästhetik meistens „sort of“ ok. Passgenau ist es aber nie. Hier sind die üblichen Canva-UserInnen wieder die Hauptzielgruppe.

Aber die war vorher schon nicht unsere Zielgruppe.

Mein Fazit: Es lohnt sich, sich mit ausführlich mit KI zu beschäftigen. KI kann als Werkzeug helfen, Prozesse beschleunigen, Arbeit erleichtern und neue Felder und Fähigkeiten erschließen. Ein magischer Zauberkasten ist sie jedoch (noch) nicht. Man muss begreifen, wie sie funktioniert, man muss die Aufgaben, die sie erledigen soll, klar und eindeutig formulieren.  KI ist ein Werkzeug, dass man zu nutzen lernen muss, um zumindest einigermaßen konsistente Ergebnisse zu erzeugen. Aber ein Werkzeug ersetzt keine Kreativität. Noch nicht. Die erzielbaren Ergebnisse sind oft gut genug, selten exzellent. Aber wer ist das schon? 😉

Ob KI uns Angst machen muss, wirklich der vielbeschriebene Job-Killer wird, muss sich noch zeigen. Wir sind hier noch sehr in den Anfängen: Was ihre Leistungsfähigkeit angeht und unser Verständnis von ihr.

KI Bild mit Adobe Firefly: Humanoider Roboter mit Brille

KI im Brand- und Webdesign: Revolution oder Spielerei?

In den letzten Jahren wurden zahlreiche KI-gestützte Tools entwickelt, die uns Designern neue Möglichkeiten eröffnen, aber auch Fragen nach der Zukunft des Berufsfeldes aufwerfen. Sozusagen ist KI Chance und Schreckgespenst der Branche zugleich. Aber was ist dran am KI-Hype? Und was an der von vielen befürchteten KI-Apokalypse?

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