Think inside the Box!

Originalität vs. Erwartungshaltung: Alle möchten unverwechselbar sein. Ganz Originär, noch nicht gesehen, und zusätzlich prägnant, was bei grob geschätzt 10 Schrillionen Logodesigns auf der Welt die Originalität jeglicher „gefälligen“ Formen und Varianten schon ein bisschen einschränkt. Zudem wird die Luft bei so vielen Logos und Marken auch aus anderen Gründen dünn: Das Gesetz der „Guten Gestalt“, ein hübscherer Name für das Gesetz der Prägnanz, gibt hier nicht nur eine Richtschnur zur Entwicklung von Designs und Formen, sondern begrenzt diese auch. Im Allgemeinen lieben wir Einfachheit, Symmetrie, bestimmte Proportionen etc. Aber eigentlich gar nicht so schlimm: Manchmal ist nicht nur nicht nötig, sondern kontraproduktiv, besonders einzigartig zu sein.

„Geh' nicht in einem Piratenkostüm auf eine Beerdigung, es sei, Du willst es!„

Wir lieben Muster, die wir wiedererkennen, wir lieben Geschichten und Ideen, dir wir gut dekodieren können. Wir leben in einer Welt voller Klischees, die es uns einfach machen, sich in ihr zu orientieren. Der Glaube, bei Grün über eine Ampel gehen zu können, ohne vom nächsten Bus niedergemäht zu werden, ist auch nichts anderes als ein qualifiziertes Vorurteil. Und so verbinden wir bestimmte Interieurs, Musik, Gerüche mit bestimmten Restaurants, bestimmte Farben, Schriften und Bilderwelten mit bestimmten Produkten, Branchen und Services.

Wenn sich hier ein Design nicht im Wesentlichen von anderen absetzt, transportiert es Glaubwürdigkeit, entspricht einer Erwartungshaltung. Bricht es diese, kann das zwar außergewöhnlich sein, ein Alleinstellungsmerkmal für ein Produkt, ein Unternehmen, eine Marke sein, aber es wird den Rezipienten zumindest irritieren, vielleicht ein Glaubwürdigkeitsproblem schaffen, das es auszuräumen gilt. Auch das kann Sinn machen und ganz wunderbar werden, aber man sollte wissen, auf was man sich da einlässt. Oft ist hier ein langer Atem und eine gute Kommunikation nötig, um hier zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Dann kann ein solches Abweichen vom Gängigen richtig gut werden.

Viel entscheidender ist dieser Ansatz noch im Ui/UX oder Service-Design: Wer gewohnte und gelernte Pfade verlässt, mutet seinen Adressaten oder Usern so einiges an Unbequemlichkeit zu. Das sollte doppelt und dreifach überlegt sein.

Am Ende heisst es wie immer: Der Anzug muss passen. Selbst, wenn es ein Piratenkostüm ist. Und jede Branding-Strategie sollte gut durchdacht sein, damit sie passt.

Die Diktatur der Gemütlichkeit: Wie Historismus-Kitsch die Identität unserer Städte erstickt

Wenn der öffentliche Raum zum retrotopischen Auenland verklärt wird, erstarrt gelebte Bürgergesellschaft zur musealen Kulisse.
Die Ironie: Das Bildungsbürgertum kanonisiert das Bauhaus als bürgerlichen Fetisch, während Reaktionäre ins Kaiserreich fliehen – beides ist steriler Historismus-Kitsch.
Wehrhaftes Kommunaldesign verweigert die bequeme Flucht ins Gestern und baut stattdessen zugängliche, barrierefreie Systeme mit menschlicher Wärme.

mehr lesen >>

Technologie mit Weitsicht: Warum wir die Regeln für unsere Zukunft jetzt selbst bestimmen müssen

Wir müssen die Regeln für unsere Zukunft jetzt selbst bestimmen.

Das neuen Projekt FuturPerfekt setzt sich genau an die Bruchstelle zwischen technologischem Fortschritt und Grundrechten. Das beste Beispiel: Smarte Kamerabrillen. Sie bedeuten für sehbehinderte Menschen maximale Barrierefreiheit und Selbstständigkeit – bergen aber gleichzeitig die Gefahr einer permanenten Überwachung im öffentlichen Raum.

Weder pauschale Verbote noch ein unreguliertes „Weiter so“ sind die Lösung. Mit dem Blind-Trust-Manifest auf FuturPerfekt zeige ich einen dritten Weg auf: Wie wir Technologien so bauen können, dass Inklusion maximiert und Überwachung unmöglich gemacht wird.

Verantwortungsvolles Gestalten bedeutet, die Spielregeln nicht allein den großen Tech-Konzernen zu überlassen. Dafür suche ich Mitstreiter: Entwickler, Betroffene, Juristen, Kreative und engagierte Mitdenker.

mehr lesen >>

BLIND TRUST: Sehen ohne Speichern bei Smart Glasses

Das Konzept BLIND TRUST bricht mit dem Reflex, Sensorik zwingend an Datenspeicherung zu koppeln. Durch eine hardwareintegrierte, versiegelte Secure Enclave wird der visuelle Datenstrom in Millisekunden verarbeitet: Die KI übersetzt die Umgebung in akustische Orientierungshinweise für den Träger, löscht das zugrundeliegende Pixelmaterial jedoch im selben Rechentakt unwiderruflich. Wir nennen das Sehen ohne Speichern – ein Standard, der Inklusion maximiert und Überwachung physikalisch verunmöglicht.

mehr lesen >>

Warum Marken Klischees brauchen, um verstanden zu werden.

Marken werden nicht daran gemessen, wie künstlich originell sie aussehen – sondern daran, ob Menschen sofort verstehen, was sie versprechen. Erfahren Sie in unserem Blogartikel, wie KMUs gelernte Sehgewohnheiten strategisch nutzen, um Vertrauen aufzubauen und sich dennoch unverwechselbar im Markt zu positionieren.

mehr lesen >>

Warum institutionelles Design oft an der eigenen Identität scheitert

Markenarchitektur à la Tricolore: Was der Mittelstand vom neuen Look der französischen Nationalelf lernen kann.

Frankreichs Fußballverband trennt pünktlich zum Start der Ära Zidane die bürokratische Verbandsmarke radikal von der emotionalen Lifestyle-Marke der Nationalteams.Warum diese strikte Trennung von Institution und Produktmarke ein Paradebeispiel für moderne Markenarchitektur ist.

mehr lesen >>
Facebook
Twitter
LinkedIn

Ruhrmann Design gestaltet visuelle Identitäten und starke Marken für Unternehmen, Institutionen und Personen, mit denen man gut starten und wachsen kann.

Sie wollen starten? Sie wollen wachsen? Kommen wir ins Gespräch!